Graduiertenkollegs

 

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Graduiertenkolleg "Biologicals"


 

 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert in den Graduiertenkollegs (Gk) Nachwuchswissenschaftler mit koordinierten Forschungsprogrammen. Eines der größten deutschen Gks wurde zum 1.9.2005 in Frankfurt eröffnet: 18 Doktoranden werden sich in einer ersten Förderungsperiode von viereinhalb Jahren mit der Erforschung, Entwicklung und Sicherheit biotechnisch hergestellter Arzneimittel befassen. Dieses Gk „Biologicals“ wird von Dozenten der Fachbereiche Medizin sowie Chemische und Pharmazeutische Wissenschaften, dem Georg-Speyer-Haus und dem Paul-Ehrlich-Institut getragen. Außerdem werden Forschung und Lehre in die Aktivitäten des Zentrums für Arzneimittelforschung, -entwicklung und -sicherheit (ZAFES) eingebunden sein. Sprecher ist Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin, als Koordinatorin fungiert Frau Prof. Dr. Dorothee von Laer, Georg-Speyer-Haus.

Arzneimittelentwicklung kann im Frankfurter Raum auf eine 100 Jahre alte Tradition zurückblicken; die Universität und die mit ihr eng kooperierenden Forschungseinrichtungen haben immer wieder neue Impulse gesetzt. Auch bei der Erforschung der „Biologicals“ haben sich die Frankfurter im internationalen Vergleich hervorragend positioniert. Diese biotechnisch hergestellten Arzneimittel bieten ein besonderes Innovationspotenzial und stellen einen wachsenden Anteil neu zugelassener Arzneimittel. Biologicals bedienen sich in ihrer Wirkung körpereigener Strategien. Sie sind körpereigenen Substanzen nachempfunden und damit nicht gerade einfach im Reagenzglas zu entwickeln und in großem Maßstab zu produzieren. Beides ist erst durch die enormen Fortschritte von Biotechnologie und Molekularbiologie möglich geworden. Chemisch betrachtet sind Biologicals Eiweiße, also Proteine; Nukleinsäuren oder Zellen. Am Frankfurter Universitätsklinikum wurden positive Erfahrungen mit Biologicals beispielsweise bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis, bei AIDS und bei angeborenen Immundefekten gemacht.

In dem neuen Graduiertenkolleg sollen die Forschungsaktivitäten in der Region gebündelt werden, in deren Mittelpunkt neue biotechnologisch hergestellte Wirkstoffklassen, wie therapeutische Nukleinsäuren und intrazellulär wirkende Proteine, sowie Gentherapeutika stehen. In ihren Dissertationen werden die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle Entwicklungsstufen untersuchen – von der Analyse des Geschehens am Zielort, an dem das entsprechende „Biological“ wirken soll bis zur klinischen Prüfung der neuartigen Substanzen. Das Kolleg wendet sich an Graduierte der Naturwissenschaften, der Medizin, der Pharmazie und der Biotechnologie.

Die primäre Aufgabe des Graduiertenkollegs ist es, die Nachwuchswissenschaftler zu selbstständiger wissenschaftlicher Tätigkeit anzuleiten. Außerdem soll ihnen das theoretische und technologische Know-how, das für die Entwicklung neuer Arzneimittel benötigt wird, vermittelt werden. Für alle Entwicklungsstufen und Substanzklassen können Beispiele zur Veranschaulichung aus den Forschungsprojekten des Kollegs herangezogen werden. So entstehen erhebliche Synergien zwischen Forschung und Lehre. Diese Ausbildung, die finanziell mit einem Stipendium unterstützt wird, schafft eine solide Grundlage für eine Karriere in der universitären oder außeruniversitären Arzneimittelforschung und -entwicklung.

 

 

 


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